Praxis für Physikalische Therapie
Martina Giesecke
Büsingstr. 3
12161 Berlin

Telefon: (030) 8 52 02 47
Fax: (030) 8 52 02 47
E-Mail: martinamrln@aol.com

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News

Vom Säugling bis ins hohe Alter: 5 Tipps und 3 Maßnahmen für gesunde Gelenke

Unsere Gelenke können lange gesund bleiben, wenn wir von klein auf gut auf sie aufpassen. Der Schlüssel dazu ist ein gesunder Lebensstil. Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) gibt 5 Tipps dazu. Darüber hinaus können 3 Maßnahmen vom Säuglingsultraschall bis zur Sturzprävention im Alter helfen, lebenslang beweglich zu bleiben. Insgesamt geht es darum, Fehlstellungen wie eine unreife Hüfte oder X- und O-Beine zu erkennen, die Knochenernährung zu sichern und die Gelenke richtig zu belasten.

„Vielleicht wird die heute junge Generation in Zukunft weniger oder später künstliche Gelenke benötigen. Denn bei vielen dieser Menschen wurde durch die Hüftuntersuchungen im Säuglingsalter bereits eine Fehlstellung erkannt und behandelt. Das hat weniger Gelenkverschleiß, Gelenkentzündungen und spätere Endoprothesen zur Folge. Bei den heutigen Senioren gab es die Routineuntersuchung leider noch nicht“, sagt DGOU-Präsident Prof. Dr. Andreas Seekamp.

Gesunde Gelenke bedeuten mehr Mobilität und Lebensqualität. Denn Gelenke ermöglichen es, uns zu bewegen, zu greifen und zu gehen. Etwa jede dritte Frau und jeder vierte Mann leidet unter akuten Gelenkschmerzen1. Dafür können Verschleiß, Arthritis aber auch Osteoporose verantwortlich sein. Beim Verschleiß, der sogenannten Arthrose, wird die schützende Knorpelschicht im Gelenk immer dünner, bis sie fast verschwindet. Im Endstadium der Erkrankung reiben Knochen aufeinander, was sehr schmerzhaft sein kann. Gelenkknorpel sind nicht durchblutet, sie ernähren sich wie ein Schwamm. Durch Wechsel von Druck und Entlastung saugt sich der Knorpel voll und bildet den notwendigen Puffer zwischen den Knochen.

Deshalb ist für die Ernährung des Knorpels die häufige Bewegung der Gelenke wichtig und auch andere Faktoren können helfen, das Gelenk so lange wie möglich funktionstüchtig zu halten. „Die Kombination aus frühzeitiger Diagnostik, einer an die Gelenkgesundheit angepassten Bewegung, ergonomischen Anpassungen im Alltag, einer gesunden Ernährung, dem Vermeiden von Risikoverhalten sowie Maßnahmen zur Stärkung der Knochen ist entscheidend, um Arthrose und Osteoporose und späteren Endoprothesen vorzubeugen“, sagt Professor Dr. med. Georgi Wassilew, Generalsekretär der DGOU-Sektion AE-Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik.

Diese 3 Untersuchungen sollten Sie auf keinen Fall verpassen: • Hüftsonografie für frühe Diagnostik: Die Hüftsonografie, eine Ultraschalluntersuchung der Hüften bei Neugeborenen, dient der Früherkennung von Hüftdysplasie. Diese Fehlstellung kann, wenn sie unbehandelt bleibt, im späteren Leben zu Arthrose führen. Eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine rechtzeitige Behandlung und kann somit langfristige Gelenkschäden verhindern. Eltern sollten diese kostenlose Untersuchung für ihr Kind nutzen. • X- und O-Beine abklären lassen: X- und O-Beine können zu Fehlbelastungen und damit zum frühzeitigen Verschleiß der Knorpel am Kniegelenk führen. Eltern sollten sich daher die Zeit nehmen, die Fußstellung ihrer Kinder einmal genau anzuschauen. Bei Auffälligkeiten sollten sie das Kind von einem Facharzt oder einer Fachärztin für Orthopädie und Unfallchirurgie untersuchen lassen. Im Kindesalter kann mit Schuheinlagen und Physiotherapie noch viel korrigiert werden. • Sturzprophylaxe – Messung von Knochendichte und Vitamin-D-Spiegel: Gerade im Alter ziehen Stürze häufig den Einsatz einer Endoprothese nach sich. Deshalb empfiehlt sich für ältere Menschen eine Sturzprophylaxe. Sie beinhaltet unter anderem die Knochendichtemessung und die Messung des Vitamin-D-Wertes. Sprechen Sie darüber mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie. Insofern die Leistung nicht ärztlich verordnet wurde, erhält man eine Knochendichtemessung ab ca. 50 Euro, die Messung des Vitamin-D-Spiegels ist ab ca. 20 Euro möglich. Das lohnt sich, denn bei schlechten Ergebnissen kann therapeutisch gut gegengesteuert werden.

5 Tipps für einen gelenkschonenden Lebensstil: • Bewegung mit Bedacht wählen: Bewegung ist wichtig für die Gesundheit unserer Gelenke. Doch während regelmäßige, moderate Aktivität wie Schwimmen, Radfahren oder Yoga die Gelenke stärkt und beweglich hält, können hochintensive oder wiederholte Stoßbelastungen, wie sie bei manchen Sportarten oder beruflichen Tätigkeiten vorkommen, schädlich sein und Arthrose begünstigen. • Ergonomische Anpassungen im Alltag und Beruf: Die Anpassung des Arbeitsplatzes und die Nutzung von Hilfsmitteln können dazu beitragen, die Belastung auf die Gelenke zu verringern. So kann zum Beispiel die Verwendung eines ergonomischen Stuhls oder eines höhenverstellbaren Schreibtisches die Haltung verbessern und die Gelenke schonen. • Gewichtskontrolle durch gesunde Ernährung: Übergewicht ist ein Risikofaktor für Arthrose, da es zu einer erhöhten Belastung der Gelenke führt. Eine ausgewogene Ernährung, reich an Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und Vitaminen, unterstützt nicht nur ein gesundes Körpergewicht, sondern fördert auch die allgemeine Gelenkgesundheit. • Risikoverhalten meiden: Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum beeinträchtigen die Knochen- und Gelenkgesundheit und sollten daher vermieden werden. Ein gesunder Lebensstil trägt maßgeblich zur Prävention von Arthrose und Osteoporose bei. • Osteoporose vorbeugen: Eine ausreichende Versorgung mit Kalzium über die Ernährung und Vitamin D durch Sonnenlicht ist erforderlich für starke Knochen und beugt einem Knochenschwund vor. Regelmäßige Bewegung, insbesondere Krafttraining, verbessert die Knochendichte und verringert vor allem im höheren Alter das Risiko von Knochenbrüchen. Hintergrund
Unter akuten Gelenkschmerzen, also Schmerzen, die in den letzten 24 Stunden verspürt wurden, leiden 29,3 Prozent der Frauen und 24,4 Prozent der Männer. Mit zunehmendem Alter nimmt die Anzahl der Personen zu, die über akute Gelenkschmerzen berichten.1 Viele Menschen, die jahrelang unter Gelenkschmerzen leiden, entscheiden sich oft für eine Endoprothese, die für sie wieder mehr Lebensqualität bringt. Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) verzeichnet 177.000 künstliche Hüftgelenke als Hüft-Erstimplantation im Jahr 2022. Der Anteil männlicher Patienten lag bei 40 Prozent, das mediane Alter bei 72 Jahren. Zusätzlich wurden mehr als 18.000 Hüft-Folgeeingriffe vorgenommen, der Anteil männlicher Patienten lag bei 42 Prozent, das mediane Alter bei 76 Jahren. Insgesamt wurden an der Hüfte fast 196.000 Eingriffe dokumentiert. 137.000 Knie-Erstimplantationen wurden im EPRD aufgeführt, der Anteil männlicher Patienten lag bei 41 Prozent, das mediane Alter betrug 69 Jahre. 14.000 Knie-Folgeeingriffe wurden dokumentiert, der Anteil männlicher Patienten lag bei 43 Prozent, das mediane Alter bei 70 Jahren. Insgesamt wurden im EPRD mehr als 151.000 Eingriffe am Knie dokumentiert2. Der medizinische Fortschritt hat die Erfolgsrate für Endoprothesen deutlich verbessert.

Quellen:
1) RKI - Journal of Health Monitoring - Prävalenz von Gelenkschmerzen in Deutschland - Fact sheet - JoHM 3/2017
2) EPRD-Jahresbericht 2023

Politik, Berufs- und Eignungsberatung

Der DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) stellt nach Auswertung der aktuellen Zahlen zur Ausbildungssituation eine über die letzten zehn Jahre stabile Nachwuchssicherung fest. „Das reicht jedoch nicht“, bedauert die im Vorstand des DVE für Bildung und Wissenschaft verantwortliche Julia Schirmer. Angesichts länger werdender Wartelisten in ergotherapeutischen Praxen ist Handeln dringend nötig. Zum einen von Seiten der Politik, aber ebenso sollten beratende Stellen, die sich mit Schüler:innen auseinandersetzen, das vergleichsweise junge Berufsbild „Ergotherapeut:in“ genauer kennen. Der Beruf ist derzeit noch frauendominiert. „Wir schätzen jedoch, dass ähnlich wie bei den Hebammen durch die Möglichkeit, den Beruf zu studieren, auch bei Ergotherapeut:innen nicht nur der Männeranteil, sondern generell das Interesse bei allen Schulabgänger:innen deutlich steigen wird“, kommentiert Schirmer und berichtet über eine enorm gestiegene Zahl der Studierenden um das Fünffache in den letzten zehn Jahren.

Was kann, was will ich werden? Diese Frage stellen sich viele Schüler:innen in den Abschlussklassen, denn bei weitem nicht alle wissen schon früh oder überhaupt, in welche Richtung ihr beruflicher Weg gehen soll. Hilfreich sind Berufs- und Eignungsberatungen. „Nicht alle Berater:innen haben sämtliche Berufsbilder oder vollzeitschulische Ausbildungen wie die Ergotherapie im Blick“, weiß Schirmer aus persönlichen Erlebnissen. Sich parallel oder zuvor selbst zu informieren, ist also in jedem Fall eine gute Idee. Das YouTube-Video „Ergotherapie einfach erklärt“ oder Portale wie planet-beruf.de ermöglichen einen ersten Eindruck. Schirmer, die selbst Ergotherapeutin ist, ist auch nach vielen Jahren noch begeistert von ihrer Arbeit. Der aktuellen Landesberichterstattung Nordrhein-Westfalen zufolge trifft das auf die meisten ihrer Berufskolleg:innen zu. Ergotherapeut:innen sind überdurchschnittlich zufrieden mit ihrem Beruf, was bestimmt auch mit ihrem sehr abwechslungsreichen Arbeitsalltag und den vielen unterschiedlichen Arbeitsbereichen zu tun hat: In Summe sind Ergotherapeut:innen diejenigen mit der vermutlich facettenreichsten Tätigkeit im Gesundheitswesen.

Das macht den Arbeitsalltag von Ergotherapeut:innen so spannend und abwechslungsreich Was tun Ergotherapeut:innen? Ergotherapeut:innen befassen sich mit dem Alltag der Menschen, genauer gesagt mit dem, was Menschen tun, tun wollen, tun müssen oder was zu tun von ihnen erwartet wird. Sie wissen, dass Aktivitäten, die Ergotherapeut:innen „Betätigung“ nennen, Gesundheit und Wohlbefinden beeinflussen können und die Teilhabe an der Gesellschaft ermöglicht. Gesellschaftliche Teilhabe und selbstbestimmtes Leben sind die Grundlagen dafür, dass Menschen ihren Alltag bewältigen können, dass sie zufrieden sind und ein gutes Leben nach ihren individuellen Vorstellungen, Wünschen und Bedürfnissen leben können. Der Mensch ist vielschichtig, als Individuum einzigartig, ist mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet, hat eigene, persönliche Bedürfnisse. Dies ist keine neue Erkenntnis, fließt jedoch bei keinem Gesundheitsfachberuf so maßgeblich in die Behandlung ein wie bei Ergotherapeut:innen. Sie gehen intensiv auf die individuellen Betätigungsanliegen und Ziele, Fähigkeiten, Möglichkeiten und Rahmenbedingungen ihrer Patient:innen und Klient:innen ein; die genannten Faktoren bestimmen die Herangehensweisen und den Therapieplan. Ergotherapeut:innen befähigen Menschen, ganz eigene Lösungen für ihre jeweiligen Probleme und Herausforderungen zu finden. Sie informieren ausführlich beispielsweise zu den Möglichkeiten, wie Betätigungen effektiver oder sicherer auszuführen sind, wie sie wieder- oder neu erlernt werden können oder wie Betroffene mit dem Verlust von Betätigungen umgehen können. Sie fördern die soziale und berufliche Teilhabe und engagieren sich zunehmend auch im Bereich des Gemeinwesens, in Kommunen, Städten und Gemeinden. Bei Einschränkungen durch Erkrankungen oder Verletzung führen sie Arbeitsplatz- und, falls nötig oder gewünscht, Wohnraumberatungen durch und unterstützen den Alltag durch individuelle Hilfsmittelversorgung. „Letzten Endes ist es das Ziel, dass Menschen selbstbestimmt tun können, was ihnen wichtig ist,“ bringt Julia Schirmer es auf den Punkt.

Physische und psychische Belastungen: Ergotherapeut:innen unterstützen Jung und Alt Ergotherapeut:innen kümmern sich nicht nur um Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder Beeinträchtigungen. Eine stetig wachsende Zahl von Ergotherapeut:innen hat ihren Schwerpunkt im psychosozialen Bereich. Immer mehr Menschen entgleitet ihr Leben – wegen ihrer seelischen Belastungen oder weil sie eine psychische Erkrankung haben. Sogar Kindern kann es schon schwerfallen, den Anforderungen in Kindergarten oder Schule einfach nachzukommen. Vermehrt beobachten Erzieher:innen und Pädagog:innen Verhaltensauffälligkeiten, Mobbing oder Suchterkrankungen. Viele Kinder leiden unter Entwicklungsstörungen oder anderen Beeinträchtigungen. Und Senioren haben mit der Bewältigung des täglichen Lebens häufiger Schwierigkeiten, als man denkt. „Ergotherapeut:innen sind in all diesen Situationen schon lange nicht mehr wegzudenken“, betont Julia Schirmer vom DVE: „Im Gegenteil: Der Bedarf wird aus unterschiedlichsten Gründen weiter zunehmen“.

Politik gefordert: Verband strebt hochschulische Ausbildung an Diesen steigenden Bedarf gilt es zu decken und an dieser Stelle ist vor allem die Politik gefragt. Europaweit ist Deutschland – neben Polen – das einzige Land, in welchem es noch keine Vollakademisierung gibt. In allen anderen europäischen Ländern ist Ergotherapie ein Studienfach. In Deutschland findet die Ausbildung zur Ergotherapeut:in derzeit noch überwiegend an größtenteils privaten Berufsfachschulen statt; die praktische Ausbildung erfolgt in ergotherapeutischen Praxen, in Einrichtungen des Gesundheits-, Sozial- oder Bildungswesens. Allerdings befindet sich Deutschland mitten in der Reform der Berufsgesetze und der Diskussion, diese Gesetze für die Therapieberufe zu novellieren. „Seit langem stellen wir fest, dass die Anforderungen, die an die therapeutische Versorgung gestellt werden, steigen. Diese Herausforderung erfordert angepasste und zukunftsfähige Kompetenzen, eine deutlich höhere Autonomie der Berufszugehörigen und deshalb dringend andere Ausbildungsstrukturen, die attraktive berufliche Entwicklungsmöglichkeiten beinhalten. Es ist nicht nachvollziehbar, weshalb in Deutschland am Modell der vollzeitschulischen Ausbildung festgehalten wird“, findet Julia Schirmer. Schlusslicht in Sachen Bildung und Ausbildung zu sein, sollte Deutschland nicht auf sich sitzen lassen. Schirmer ist sicher, dass durch eine stringente und flächendeckende Akademisierung deutlich mehr Schüler:innen diesen Beruf ergreifen werden, der damit auch international anschlussfähig bleibt. In der Zwischenzeit wünscht sie sich, dass mehr Länder dem Beispiel von Baden-Württemberg folgen und mehr Studienplätze für diesen interessanten Gesundheitsfachberuf zur Verfügung stellen.

Einen ersten Einblick in das spannende Arbeitsfeld von Ergotherapeut:innen ermöglicht das Video „Ergotherapie einfach erklärt“: https://www.youtube.com/watch?v=Csj5BskyIuU. Die Pressemeldungen des Verbands beleuchten die Arbeitsgebiete von Ergotherapeut:innen in der Tiefe: https://www.dve.info/service/presse. Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://www.dve.info/service/therapeutensuche

20.06.2024 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.

Versorgungslücken in der Logopädie mit KI schließen

Im Rahmen des Verbundprojekts HUMAINE (human centered AI network) forschen verschiedene Partner*innen aus den Bereichen Arbeitswissenschaft, Wirtschaftspsychologie, Therapiewissenschaft, IT sowie der Versorgungsforschung und den Implementierungswissenschaften zusammen. Sie arbeiten an Wegen einer humanzentrierten Implementierung von KI-Lösungen in die Arbeitswelt. Dabei ist ein Forschungsfeld unter anderem die Logopädie. Aus der aktuellen Studienlage zu KI in der Logopädie geht hervor, dass smarte Technologien Potenziale für die Versorgungssituation in der Logopädie haben und die Akzeptanz gegenüber smarter Therapie mindestens seit der Corona-Pandemie zunimmt.

„Die Logopädie steht vor großen Herausforderungen“, sagt Prof. Dr. Kerstin Bilda von der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) in Bochum. „Auf der einen Seite bringt unter anderem der demographische Wandel zunehmend neurologische Sprach- und Sprechstörungen mit hohem Therapiebedarf in die stationäre und ambulante Praxis. Auf der anderen Seite steht der Fachkräftemangel, welcher eine flächendeckende hochfrequente logopädische Versorgung erschwert. Smarte Technologien wie Apps, KI und Teletherapie-Tools entstehen zwar, finden aber meist nicht den Weg in die Routinepraxis.“

Oft scheitert die Integration smarter Technologien an der Implementierungsstrategie. Bisher stand meist die Technik im Fokus des digitalen Wandels von Arbeitswelten. HUMAINE mit seinem humanzentrierten Fokus rückt hingegen die Bedarfe und Herausforderungen der Menschen, die mit der Technik arbeiten, in den Mittelpunkt der Betrachtung. So soll auch verhindert werden, dass die Innovationen – wie bislang meist – im Forschungskontext bleiben und nicht den Weg in die Praxis finden. Warum das so ist und wie eine humanzentrierte Implementierungsstrategie für die Logopädie aussehen kann, damit beschäftigt sich das Forschungsteam rund um Kerstin Bilda als Partner des HUMAINE-Konsortiums.

Seit April 2021 beschäftigt sich das Forschungsteam der HS Gesundheit schon gemeinsam mit HUMAINE mit Bedarfen der logopädischen Berufsgruppe, die eine nachhaltige Implementierung von smarten Tools in die Alltagspraxis ermöglichen. Mit Partner*innen des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) führten sie zum Beispiel eine sozio-technische Workflow-Analyse durch, die einen direkten Blick in die logopädische Praxis warf und Prozesse identifizierte, die durch smarte Technik entlastet werden können. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie (AOW) beschrieben die Wissenschaftler*innen zudem identitätsstiftende Tätigkeiten der Logopädie, die es bei der Implementierung von KI zu berücksichtigen gilt. Diese Vorarbeiten, Strategien und weitere Ergebnisse mündeten in eine einjährige Machbarkeitsstudie, in der erstmalig in Deutschland ein KI-basiertes Tool in ein stationäres, logopädisches Setting integriert wurde.

In Kooperation mit der neurologischen Parkinson-Spezialstation des St. Josef-Hospitals, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität in Bochum, unter der Leitung des Sektionsleiters Parkinson-Erkrankungen und andere Bewegungsstörungen Prof. Dr. Lars Tönges sowie des wissenschaftlichen Mitarbeiters Dr. Raphael Scherbaum gelang die Durchführung in einem realen Klinikumfeld. Vier Logopäd*innen der Spezialabteilung Parkinson und das Studienteam der HS Gesundheit arbeiteten eng zusammen bei der Integration des KI-basierten Assistenzsystems ISi-Speech speziell für Parkinson-Patient*innen.

Die App ISi-Speech „Sprechen“ von der Firma Speech Care stellt mit 2.600 evidenzbasierten Best-Clinical-Übungen ein Werkzeug bereit, mit dem Patient*innen bereits während des Klinikaufenthaltes und im Eigentraining zu Hause an ihrer Sprechleistung arbeiten konnten. Insgesamt vier Wochen nutzten die teilnehmenden Patient*innen die Technik und erzielten im Schnitt 3,78 Übungseinheiten à 20 Minuten pro Woche zusätzlich zur logopädischen Präsenztherapie. Die S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie empfiehlt vier Therapieeinheiten pro Woche für einen signifikanten Therapieerfolg. Besonders die Schließung von Versorgungslücken und die hohe Akzeptanz auf Seiten der Patient*innen und Therapeut*innen waren Kernergebnisse der Studie. Ebenso konnten Fragen zu Kompetenzbedarfen der Logopäd*innen und Implementierungsstrategien beantwortetet werden.

Abschlussveranstaltung im St. Josef-Hospital Die Studie begann im November 2022 und endete im November 2023. Nach Auswertung aller Daten fand dazu nun eine Abschlussveranstaltung im St. Josef-Hospital statt. Kerstin Bilda rahmte das Programm mit einem Grußwort und einem Ausblick. Lars Tönges berichtete in einem Kurzvortrag über spannende Forschungsarbeiten zu smarten Technologie-Lösungen aus seinem Fachbereich. „Ich hätte nicht gedacht, dass der Wert des Tools für viele Parkinson Patienten so hoch sein würde“, sagte er. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Anika Thurmann (HS Gesundheit) berichtete im Hauptvortrag über die Fragestellungen zum Einsatz, zur Nutzung und zur Akzeptanz von KI-basierter Technologie in der Therapie von Patient*innen mit Morbus Parkinson. Auch Veränderungen der logopädischen Berufsidentität durch den Einsatz von KI wurden aufgezeigt und diskutiert. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten der Ergebnissicherung und Verstetigung vorgestellt.

„Die Machbarkeitsstudie ISi-Speech PKT1 war ein voller Erfolg. Mit dem Vorhaben eröffneten sich weitere Fragen zu anderen Settings der Logopädie, zum Ausbau des Kompetenzerwerbs und zur Verstetigung der Ergebnisse“, sagte Anika Thurmann. „Wir bedanken uns für die Zusammenarbeit und freuen uns auf weitere Projekte mit dem Forschungspartner. Ein großer Dank geht auch an die Logopädinnen des St. Josef-Hospitals für ihren Einsatz in der Studie.“



Bildunterschrift: Studienteam der Hochschule für Gesundheit, Logopädinnen des St. Josef-Hospitals Bochum, Prof. Dr. Kerstin Bilda, Prof. Dr. Lars Tönges, Patientenvertreter der Studie, IT Support Alexander Fels, Transferpartner Christopher Schmidt von Medecon Ruhr

Ergotherapie fördert die Handlungsfähigkeit

In der Ergotherapie behandeln und fördern wir Erwachsene, deren Mobilität, Handlungsfähigkeit und Selbstständigkeit durch eine Erkrankung oder traumatische Erfahrung eingeschränkt sind.

Als Fachkräfte der Ergotherapie verfügen wir über ein breites medizinisches Fachwissen, zusammen mit unserem persönlichen Einfühlungsvermögen und Erfahrungsschatz sind wir in der Lage, Erwachsenen bei der Bewältigung Ihrer körperlichen und neuronalen Probleme hilfreich zur Seite zu stehen.

Die Behandlungsansätze der Ergotherapie für Erwachsene sind wie folgt. Individuelles Selbstständigkeitstraining und Anpassung an die veränderte Lebenssituation. Anleitung und Einüben täglicher Abläufe wie Essen, Trinken, Körperpflege, Bekleidung, Fortbewegung und Kommunikation zur Förderung der größtmöglichen Selbstständigkeit. Verbesserung und Erhalt der motorisch-funktionellen Fähigkeiten. Unterstützung des Heilungsprozesses in der Handtherapie und Narbentherapie. Förderung der Mobilität und Geschicklichkeit. Beratung und Anleitung der Angehörigen bei der Alltagsbewältigung und der Pflege. Integration der Angehörigen in den Therapieablauf. Ganzheitliche Betrachtung der Krankheit, Behinderung, seelischer Befindlichkeit und sozialer Situation. Sturzprophylaxe, Hilfsmittelanpassungen, Training mit Rollator, Rollstuhl und Gehhilfen.



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.