Praxis für Physikalische Therapie
Martina Giesecke
Büsingstr. 3
12161 Berlin

Telefon: (030) 8 52 02 47
Fax: (030) 8 52 02 47
E-Mail: martinamrln@aol.com

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News

Corona: Reha ist systemrelevant - und allzeit verlässlicher Partner

Die Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Rehabilitation (DEGEMED) e.V., Dr. Constanze Schaal, fordert die Aufrechterhaltung von Reha-Leistungen während der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Sie appelliert an die Kostenträger, weiterhin gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und die Versorgung unbedingt sicherzustellen. Und sie fordert von der Branche, stark und solidarisch aufzutreten.

Der schnelle Anstieg der Infektionszahlen seit Anfang Oktober wird das deutsche Gesundheitswesen in den nächsten Monaten erneut sehr stark beanspruchen. Es kommt daher nach Einschätzung der DEGEMED und ihrer Vorsitzenden jetzt erneut darauf an, besonnen und klug zu agieren und die richtigen Entscheidungen zu treffen.

"Wir müssen jetzt die notwendige medizinische Behandlung von Covid19-Patienten in allen Versorgungsbereichen sicherstellen. Das betrifft die hausärztliche Versorgung, die Krankenhäuser und eben auch die medizinischen Reha-Einrichtungen in ganz Deutschland", fordert Schaal anlässlich der heutigen Online-Mitgliederversammlung der DEGEMED.

"Die medizinische Rehabilitation ist für die Gesundheitsversorgung systemrelevant", betont Schaal. Die ersten Monate der Pandemie hätten gezeigt: "Die Reha-Branche ist allzeit ein verlässlicher Partner!". Die Branche erwarte nun von den Kostenträgern, nicht nachzulassen, ihren Teil der Verantwortung zu tragen. "Wir müssen alles tun, um die Regelversorgung in den Reha-Einrichtungen während der Pandemie aufrecht zu erhalten. Das ist unabdingbar für die Versorgungssicherheit in der Anschlussrehabilitation, der Anschlussheilbehandlung (AHB) und der Versorgung chronisch kranker Menschen."

Die medizinischen Reha-Einrichtungen sind ein zentraler Bestandteil in der Versorgungskette. "Wir versorgen viele hunderttausend Patienten unmittelbar nach der Akutversorgung und entlasten dadurch die Krankenhäuser spürbar. Wir schaffen dadurch erst die Möglichkeit, dass sich die Akutkliniken jetzt auf die schwierigeren Fälle konzentrieren können", stellt Schaal fest. Das gleiche gelte für Patienten, die aus der hausärztlichen Versorgung in die Reha kämen. Medizinische Reha vermeide bei diesen Fällen eine Verschlechterung oder Chronifizierung und anschließende Krankenhausaufenthalte.

Die Reha-Branche ist allzeit bereit, ihren Versorgungsbeitrag sicher zu stellen. Alle Reha-Einrichtungen hätten die vergangenen Monate genutzt und sich an die Bedingungen der Pandemie angepasst. Die Vermeidung von Infektionsrisiken und die Gesundheit der Rehabilitanden und der eigenen Mitarbeiter sei die oberste Priorität. Die Einhaltung von Abstandsgeboten und strenges Hygienemanagement sei längst überall Standard.

Die DEGEMED werde sich in den nächsten Monaten vor allem dafür stark machen, dass die Regelversorgung in allen Einrichtungen ohne starke Brüche weitergehen könne. "Das geht aber nur, wenn wir als Branche stark und solidarisch auftreten und unsere Interessen klar formulieren", fordert sie von den über 1.000 Reha-Einrichtungen in Deutschland.

Auf Bauchgefühl und Intuition achten

Der Ausbruch des Coronavirus hat die Welt aus den Angeln gehoben und das Leben vieler Menschen steht noch immer Kopf. „Manche haben ihre tägliche Routine verloren, ihren Halt und das Vertrauen, sich im Rahmen veränderter Bedingungen auf ihr Bauchgefühl verlassen zu können“, stellt Stefanie Völler, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.) fest. Welche Bedeutung das Bauchgefühl in der Ergotherapie hat, wissen Ergotherapeuten durch ihre tägliche Arbeit in bestimmten Bereichen. Mit Feingefühl vorzugehen, ist bei ihren Interventionen ebenso nötig wie Zwischen- und Untertöne zu erfassen. Zusätzlich zu ihrem wissenschaftlich fundierten Vorgehen lassen sie sich daher von ihrem Bauchgefühl und ihrer Intuition leiten. Gleichzeitig befähigen sie ihre Patienten und Klienten, diese wichtige Fähigkeit ebenfalls zu nutzen.

Das, was Menschen als Bauchgefühl bezeichnen, ist anatomisch verankert und lässt sich wissenschaftlich erklären. Neurogastroenterologen befassen sich mit dem enterischen Nervensystem, dem sogenannten ‚Bauchgehirn‘. Sie gehen davon aus, dass Gehirn und Bauch über die Nervenverbindungen der Darm-Hirn-Achse miteinander kommunizieren und es so zu den als Bauchgefühl bekannten Wahrnehmungen kommt. Die wiederum drücken sich in körperlichen Symptomen aus. Wer kennt das nicht? Gefühle wie Angst, Stress oder auch schon ein Unwohlgefühl zeigen sich beispielsweise so: Der Bauch meldet sich mit Magenschmerzen oder es treten Übelkeit, Erbrechen oder andere Funktionsprobleme auf. Im Darm kann es Blähungen, Krämpfe oder Durchfall geben. Auch Entscheidungen ‚kommentiert‘ der Bauch. Passt etwas nicht, bekommt derjenige ein schlechtes Bauchgefühl. Ebenso verhält es sich im umgekehrten Fall: Menschen verspüren ein Wohlempfinden oder Glücksgefühle, haben beispielsweise ‚Schmetterlinge im Bauch‘. Wer sich darauf einlässt, den lenken seine Bauchgefühle in die Richtung, zu der das Innerste ‚ja‘ sagt.

Einfühlungsvermögen des Ergotherapeuten gefragt Ergotherapeuten üben einen Beruf aus, der sehr vielschichtig ist. Das ist in ihrer Ausbildung begründet, wo sie neben Ergotherapie-spezifischem Wissen unter anderem aus der Medizin und Soziologie, psychologische und sozialwissenschaftliche Kenntnisse erlangen. Mit viel Einfühlungsvermögen bauen sie ein solides Vertrauensverhältnis zu ihren Patienten und Klienten auf. Das ist in der aktuellen Situation für viele Menschen wichtiger denn je. Sie haben existenzielle Sorgen, sind verzweifelt, weil sie keine Perspektive für sich sehen. Ängste – nicht zuletzt die vor dem Coronavirus – sind ebenso weit verbreitet wie weitere damit einhergehende Gefühle. Die Ergotherapeutin Stefanie Völler kennt solche Fälle und die Folgen dieser Gefühle aus der Praxis. Sie berichtet von einer berufstätigen Mutter, die mit Schwindelerscheinungen und Schmerzen in die Ergotherapie kam, nachdem organische Ursachen zuvor durch Tests bei Fachärzten ausgeschlossen wurden.

Ergotherapeutische Befragung mit Bauchgefühl „Im Rahmen einer ergotherapeutischen Intervention spielen Diagnostik, Gespräche und Befragungen – sogenannte Assessments – auch zur Überprüfung des Therapiekonzepts immer wieder eine wichtige Rolle“, erläutert Stefanie Völler. Die Ergotherapeutin verlässt sich parallel zu diesem strukturierten Vorgehen auf ihr eigenes Bauchgefühl. Sie nimmt jedes Detail auf: Die Körperhaltung, Anspannung bei bestimmten Aussagen und die Ausstrahlung ihres Gegenübers. Die Ergotherapeutin veranschaulicht das an dem zuvor beschriebenen Fall: „‚In dem Moment, als die Klientin beim Erstgespräch das Wort ‚Angst‘ aussprach, war ihre Spannung im Raum spürbar“, sagt sie. Schnell war klar: Die Angst, sie oder ihre Kinder könnten sich und ihren herzkranken Vater mit dem Coronavirus anstecken, hebelt über die körperlichen Symptome seither den Alltag dieser Patientin aus, sie ‚funktioniert‘ nicht mehr.

Ergotherapeutische Tools und Strategien Dennoch war ‚wieder funktionieren‘ nicht das Ziel der Patientin, nachdem ihr klar wurde, dass sie in ihrem Hamsterrad aus Funktionieren, Arbeit und Familie versorgen ihre eigenen Bedürfnisse und die Signale aus ihrem Bauch ignoriert hatte. Das sollte sich jetzt, im Lauf der ergotherapeutischen Intervention, ändern. Es ist typisch für Ergotherapeuten, den Alltag ihrer Patienten und deren Betätigungen in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen zu stellen. Ein ergotherapeutisches Tool hierfür ist das Betätigungsprofil. Ähnlich wie in einem Tagebuch notieren sich die Patienten, welche Betätigungen und Handlungen ihren Alltag prägen. Dabei setzen sie sich vor allem mit ihren Empfindungen auseinander. Sie sollen auch Neues oder Aktivitäten, die sie von früher kennen, jetzt wieder ausprobieren und ebenfalls schauen: Wie fühlt sich dies oder jenes an? Was sagt der Bauch, tut etwas gut oder verschlimmert es die Krankheitssymptome? Mithilfe solcher Betrachtungen und Analysen des eigenen Empfindens schaffen es Patienten mit der Unterstützung ihres Ergotherapeuten, konsequent auf ihr Bauchgefühl zu achten. Und daraus resultierend eigene, neue Routinen für ihren Alltag zu kreieren. Aufgabe der Ergotherapeuten ist es, parallel in die Familie hineinzuspüren und wahrzunehmen, wie sich die Veränderungen auf das Familiensystem auswirken. Mit Fragen und Reflektieren klärt sich vieles. Vielleicht auch, dass Kinder ihre Schulbrote gerne selbst zubereiten, wenn die Mutter dafür dann mit ihnen spielt, wenn sie keine Beschwerden hat. Oder Väter bereit sind, Aufgaben zu übernehmen – eben auf ihre eigene Art und Weise.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

17.11.2020 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.

Forschungsprojekt zum Bewegungsverhalten

Im Forschungsprojekt ‚körperliche Aktivität bei Frauen über 60 Jahre mit kardialem Risiko oder kardialer Erkrankung (KAREN60+)‘, also mit einer Krankheit des Herzens, wird das alltägliche Bewegungsverhalten von Frauen ab 60 Jahren untersucht.

Dafür sucht das Projektteam aus dem Studiengang Physiotherapie der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) Frauen, die Interesse haben, im Abstand von zwei bis drei Monaten zweimal einen Aktivitätstracker für jeweils zehn Tage in ihrem Alltag zu tragen.

Alina Rieckmann, Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studienbereich Physiotherapie, erklärte: „Der Aktivitätstracker ist ein kleines Messgerät, das wie ein Gürtel an der Hüfte getragen wird. Er misst anhand der Beschleunigung den ganzen Tag über die Bewegungen. Anhand dessen können wir Umfang und Intensität der Aktivität ermitteln und den Energieumsatz berechnen.“

Warum ist eine solche Studie wichtig? Dass regelmäßige körperliche Aktivität im Allgemeinen Gesundheit und das Wohlbefinden verbessert und das Risiko für chronische Erkrankungen senkt, ist nach Angaben von Dr. Christian Thiel, Professor für Physiotherapie an der hsg Bochum mit dem Schwerpunkt ‚Training und Therapie/Prävention‘, gut untersucht. Thiel erläuterte weiter: „Das Bewegungsverhalten unterscheidet sich in Abhängigkeit von Geschlecht und Alter. Wir wissen erstaunlich wenig darüber, in welchem Maß sich Frauen ab 60 bewegen, und von welchen Faktoren die Bewegungsdosis bei ihnen abhängt.“

Für das laufende Projekt KAREN60+ an der hsg Bochum werden aktuell noch Frauen über 60 Jahre gesucht. Dafür können sich auch Frauen melden, die nur wenig körperlich aktiv sind, rauchen, ein höheres Körpergewicht haben, Bluthochdruck haben oder bei denen die Diagnose Diabetes mellitus Typ 2 gestellt wurde.

Ziel von KAREN60+ ist es, das Aktivitätsverhalten von Frauen in verschiedenen Lebenssituationen zu erfassen und herauszufinden, wer besonders von einer Steigerung der Aktivität profitieren könnte. Während des Erhebungszeitraums sind die Teilnehmerinnen in ihren Aktivitäten in keiner Weise eingeschränkt und sollen wie sonst auch ihrem normalen Alltag nachgehen. Bis auf einen einmaligen Termin, der etwa eine Stunde dauern wird und das Ausfüllen einiger Fragebögen (etwa 1,5 Stunden) ist die Teilnahme mit keinem weiteren Aufwand verbunden. Mit Blick auf COVID-19 werden alle Hygiene- und Anstandsregeln beachtet.

Als Ansprechpartnerin für weitere Informationen zum Forschungsprojekt und zur Teilnahme steht Alina Rieckmann unter +49 (0) 234 77727-692 oder alina.rieckmann@hs-gesundheit.de gerne zur Verfügung. Genauerer Informationen zum Forschungsprojekt und zur Studie sind hier zu finden.

Legasthenie: meist zu spät erkannt

Niemand kann in die Zukunft seines Kindes sehen. Es ist aber durchaus möglich, die Fähigkeiten seines Kindes, insbesondere die zu wenig ausgeprägten, ab dem Kindergartenalter im Auge zu behalten und nötigenfalls schon dann professionelle Hilfe zu suchen. „Erste Anzeichen, die auf eine Legasthenie hinweisen, sind früh zu sehen“, sagt Julia Buchmann, Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband der Ergotherapeuten e.V.). In der Praxis verhält es sich jedoch so, dass Legasthenie meist erst spät erkannt wird; oft sogar nur deshalb, weil die Kinder durch ihr Verhalten auffallen.

Es sind viele Faktoren, die zur Entstehung einer Legasthenie führen, soviel ist bekannt. Auch familiäre Zusammenhänge sind deutlich: Kinder von Erwachsenen mit einer Legasthenie entwickeln mit erhöhter Wahrscheinlichkeit ebenfalls eine Legasthenie. „Legasthenie hat nichts mit fehlender Intelligenz zu tun“, räumt Julia Buchmann mit noch immer bestehenden Vorurteilen auf, „diese Kinder wissen sehr viel und können auch ganz spannend erzählen, solange es sich um ein Thema aus ihrem eigenen Interessensbereich handelt.“

 
Legasthenie ist ein komplexes Störungsbild Die Ergotherapeutin beschäftigt sich intensiv mit dem Thema Legasthenie und bestärkt Eltern – gerade, wenn sie selbst von Legasthenie betroffen sind – Hinweise von den Erzieherinnen und aus den Förderberichten der Kita aufzunehmen. Denn schon in diesem Alter haben die Kinder bestimmte Schwierigkeiten. Manche können sich Farben und Objekte schlecht merken, verwechseln sie oder können sie nicht benennen. Sich Liedtexte einzuprägen, fällt diesen Kindern ebenfalls oft schwer und es ist häufig eine verzögerte Sprachentwicklung zu beobachten. Wird an diesen Defiziten nicht gearbeitet, bekommen Kinder mit einer möglichen Legasthenie später in der Schule mit jedem Tag größere Probleme. All ihre Energie richtet sich beispielsweise beim Lesen so sehr auf das Lesen selbst, dass sie den Inhalt des Gelesenen weder er- noch zusammenfassen können. Somit sind Schwierigkeiten auch in anderen Fächern als den Sprachen regelrecht vorprogrammiert. Nicht Lob, sondern Kritik prägt den Schulalltag dieser Kinder; ihre Klassenkameraden bekommen ebenso ein vollkommen falsches Bild von ihnen wie die Lehrer. Kein Wunder, dass dieses Dilemma sich seinen Weg meist über Verhaltensauffälligkeiten nach außen bahnt.
Verhaltensauffälligkeiten haben immer einen Grund Schulkinder mit einer Legasthenie haben tatsächlich ein enormes Störungsbewusstsein: Sie wissen sehr gut, dass sie nicht so schnell lesen und schreiben wie die anderen Kinder, Buchstaben verwechseln, sich Texte nicht so gut merken können oder gedanklich schnell abschweifen. „Kindern, die zu mir in die Praxis kommen, fällt fast hörbar ein großer Stein vom Herzen, wenn sie feststellen: Die versteht mich“, macht die Ergotherapeutin Julia Buchmann die Gefühlslage ihrer jungen Patientinnen und Patienten klar. Tatsächlich kommen sie mit einer ärztlichen Verordnung wegen ihres Verhaltens in ihre ergotherapeutische Praxis – eine sekundäre Erscheinung ihrer eigentlichen Störung, der Legasthenie. Zunächst bauen Ergotherapeuten wie Julia Bachmann das oft schon stark angekratzte Selbstbewusstsein dieser Kinder wieder auf und vermitteln ihnen Strategien, mit ihrer Einschränkung umzugehen. Vor allem aber erfahren die jungen Patienten in jeder Stunde Ergotherapie, dass sie etwas wert sind und welche positiven Dinge sie leisten können. Das baut auf. Darüber hinaus lernen sie, dass sie mehr üben müssen als andere Kinder. Das, was sich theoretisch anstrengend und trocken anhört, ist jedoch den ergotherapeutischen Prinzipien folgend kindgerecht gestaltet. „Die Kinder realisieren gar nicht, dass sie Konzentrationsübungen machen, wenn sie auf einem Rollbrett einen Slalom zwischen Kegeln absolvieren“, veranschaulicht Julia Buchmann die spielerische Herangehensweise. Sie lässt die Kinder mit Rasierschaum Buchstaben auf die Fensterscheibe sprühen oder spezielle Spiele spielen, die ihre Wahrnehmung und Motorik trainieren und gleichzeitig ihre kognitiven und strategischen Fähigkeiten fördern. Das wiederum wirkt sich positiv auf die sprachliche Entwicklung aus.
Elternberatung genauso wichtig … „Eigenartigerweise – denn es ist noch immer eine weit verbreitete Meinung, diese Kinder hätten eine Lernbeeinträchtigung – machen sie sehr schnell enorme Sprünge“, bestätigt Buchmann ihre praktische Erfahrung mit der Lernfähigkeit von Kindern mit einer Legasthenie, die eine ergotherapeutische Förderung erhalten. „Sie haben auf bestimmten Gebieten unglaublich gut ausgeprägte Kompetenzen, können sich in anderen Bereichen total gut konzentrieren, sind sehr aufmerksam und haben eine beachtliche Ausdauer“. Dass die Ergotherapeutin über das Kind und das Kind über sich selbst solche Erkenntnisse gewinnt, ist gut. Genauso wichtig und im Sinne einer nachhaltigen Therapie ist, dass auch das Umfeld davon Kenntnis erlangt. An erster Stelle die Eltern, denn die Eltern-Kind-Beziehung leidet – egal wie sehr die Eltern ihr Kind lieben und versuchen, in jeder Lage hinter ihm zu stehen. Auch die umfassende Beratung in alltagspraktischer Hinsicht gehört zum Arbeitsauftrag von Ergotherapeuten. Sie machen den Eltern bewusst, wie wichtig beispielsweise das Vorlesen auch bei größeren Kindern noch ist, weil es die Sprachentwicklung stärkt und in Summe qualitiy time bedeutet. Nicht zuletzt verweisen Ergotherapeuten an Legasthenietrainer und – sind die Eltern in einer prekären finanziellen Situation – an das Jugendamt, das dann in der Pflicht steht, damit dieser Familie keine Kosten entstehen, für die sie nicht aufkommen kann.
… wie das Einbinden der Lehrer Lob und Anerkennung sind für jeden Menschen ein Lebenselixier. Damit gerade Kinder mit einer Legasthenie genügend von diesem Antriebsstoff bekommen, tauschen sich Ergotherapeuten von Anfang an und regelmäßig mit deren Lehrern aus. Zunächst auch über aktuelles Wissen zu dem komplexen Störungsbild Legasthenie, das noch nicht vollständig erforscht ist. Immer ist es so, dass der Dialog auf sachlicher Ebene zwischen Lehrer und Ergotherapeut dem einen ebenso nützt wie dem anderen. Als wichtige Tippgeber bezeichnet die Ergotherapeutin ihre pädagogischen Gesprächspartner. Sie begegnet ihnen mit größtem Verständnis. Mit dem Wissen um die Gründe für das auffällige Verhalten eines Kindes ist es viel einfacher für Lehrer, gemeinsam mit der Ergotherapeutin Ideen für einen besseren Umgang mit diesem speziellen Kind innerhalb der Klassengemeinschaft zu entwickeln. Durch eine solche Kooperation lässt sich enorm viel bewegen und verbessern. Für alle Beteiligten, versteht sich. Denn Schule kann und soll Spaß machen. Das klappt auch bei Kindern mit Legasthenie, wenn die Begleiterscheinungen ihres Störungsbildes ergotherapeutisch behandelt werden, sprich: sie befähigt werden, ihren Schulalltag besser zu bewerkstelligen.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeuten vor Ort; Ergotherapeuten in Wohnortnähe finden Sie unter https://dve.info/service/therapeutensuche 



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Airflow-Geräte

Pulver-Strahl-Geräte, mittels derer Verfärbungen an den sichtbaren Zahnflächen entfernt werden können, ohne dass der Zahnschmelz angegriffen wird.